Werde finanziell frei: Begleiche Deine Schulden

Schulden begleichen

Niemand baut auf nicht freigelegtem Terrain. Den Weg in die finanzielle Freiheit zu beschreiten während Konsumschulden parallel getilgt werden müssen, ist vergleichbar mit dem Bau eines Wolkenkratzers auf einem sukzessive nachgebendem Fundament.

Schulden wachsen nämlich mit der Zeit, denn sie sind an Zinsen gekoppelt. Meiner Meinung nach sollte daher der erste Schritt in die finanzielle Freiheit mit der Begleichung unserer Schulden beginnen.

Du bist auf diesen Artikel gestoßen, weil Du sehr wahrscheinlich mit deiner finanziellen Situation unzufrieden bist. Vermutlich hast Du richtig erkannt, dass Du es finanziell nicht weit bringen wirst, wenn Du so wie bisher weiter machst. Du wirst möglicherweise für immer am Existenzminimum leben und jeden Monat einen Anteil Deines Nettoeinkommens abgeben, wenn Du der Schuldenfalle nicht bald entkommen. Es gibt meiner Meinung nach zwei Gruppen von Schulden: Notwendige und einfach unnötige Schulden.

Die zwei Gruppen von Schulden

Schulden sind schnell gemacht. Sie sind unsere Entscheidungen, uns jetzt etwas zu ermöglichen bzw. gönnen, was wir uns im Moment jedoch nicht eigenständig leisten können. Es erscheint uns oft dringend ein Produkt zu kaufen bzw. eine Dienstleistung in Anspruch zu nehmen. Doch selten sind diese Entscheidungen notwendig.

Es gibt diverse Arten von Schulden, die ich gerne in zwei Gruppen einteile. Zum einen die Investmentschulden und zum anderen die Konsumschulden.

Investmentschulden

Mit Investmentschulden ist auf keinen Fall gemeint, Kredite aufzunehmen, um sie als Kapital an der Börse zu „investieren“. Geldanlagen auf Pump sollten tunlichst vermieden werden.

Investmentschulden sind Verbindlichkeiten, die wir eingehen, um entweder unser Humankapital auszubauen oder um unsere Geschäftsidee zu verwirklichen, um unser Unternehmen zu expandieren beziehungsweise den Fortbestand zu sichern. Diese Verbindlichkeiten entstehen beispielsweise durch das Bafög oder die Kredite für eine Aus-/Weiterbildung beziehungsweise ein Studium. Dies gilt auch beim Erwerb von Immobilien als Investment. Darüber hinaus können sie auch durch Crowdfundings entstehen. Für das Gründen von Startups oder das Verwirklichen von Geschäftsideen ist es aus meiner Sicht nicht verkehrt auf „Other peoples money“ zurückzugreifen.

Wir investieren mithilfe dieser Verbindlichkeit in uns selbst bzw. in unsere Geschäftsidee und ernten die Früchte in den darauffolgenden Jahren. Da sich diese Art von Schulden in der Regel zukünftig auszahlt, halte ich persönlich Investmentschulden, solange diese nicht im Rahmen eines Dispokredits erfolgen und die Zinsen angemessen sind, für vertretbar. Nichtsdestotrotz sind sie Schulden, die schnellstmöglich – durch die eingenommenen Erträge des Investments – beglichen werden müssen.

Konsumschulden

Konsumschulden sind Verbindlichkeiten, die wir eingehen um Konsumgüter zu erwerben. Sie entstehen etwa durch das Überziehen des eigenen (Giro-)Kontos oder den übermäßigen Einsatz von Kreditkarten. Weiterhin entstehen Konsumschulden durch per Ratenzahlung finanzierte Dinge oder aber auch eine Wohnung beziehungsweise ein Haus, welches wir für den Eigenbedarf kaufen. Denn so eine Immobilie ist kein Investment, sondern eine Verbindlichkeit.
Erwähnenswert ist an dieser Stelle auch das geleaste Auto oder der Urlaub bwz. die Hochzeit auf Kredit. Nicht zu vergessen sind die weitläufig verwendeten Mobilfunkverträge, die wir meistens 24 Monate lang abbezahlen und kaum ist das Smartphone abbezahlt, gibt es schon wieder neuere Modelle nach denen wir lechzen.
Diese Art von Verbindlichkeiten sind, in meinen Augen einfach unnötig und sollten möglichst vermieden werden.

Begleiche Deine Schulden

Solange Du Verbindlichkeiten hast und Zinsen zahlen musst, arbeitet der Zinseszinseffekt gegen Dich. Du verpfändest Deine Freiheit oder verkaufst im schlimmsten Fall sogar Deine „Seele“ und verbringst den Rest Deines Lebens im Hamsterrad. Du arbeitest nur noch für das System und sorgst für den Wohlstand anderer Menschen. Es sollte daher in Deinem eigenen Interesse liegen, Deine Schulden schnellstmöglich zu begleichen. Die folgende Schritte zeigen Dir, wie Du zu Beginn vorgehen könntest:

Schritt 1: Kenne Deine monatliche Annuität

Verschaffe Dir zunächst einen Überblick über Deine Schulden. Ordne sämtliche Unterlagen und finde heraus wem Du noch bis wann wieviel zahlen musst. Die höchste Priorität sollten meiner Meinung nach, neben den Verbindlichkeiten mit den kürzesten Deadlines, Schulden im Rahmen eines Dispokredites haben, da diese in der Regel mit den höchsten Zinssätzen verbunden sind. Rechne abschließend die monatliche Raten aller Schulden zusammen und Du erhälst als Resultat Deine Monatsannuität.

Schritt 2: Ermittle Deine monatliche Gesamtkosten

Für den finanziellen Erfolg ist es elementar zu wissen, wie hoch sämtliche monatliche Kosten sind. Ermittle sowohl Deine Fixkosten als auch variablen Ausgaben: Von Miete, Strom über Mitgliedschaften und Handyverträge bis hin zur Zigarette – Schreibe Dir sämtliche Kosten übersichtlich auf. Dabei darfst Du halb-/jährliche oder quartalsweise zu entrichtende Ausgaben nicht außer Acht lassen. Teile sie jeweils durch die entsprechende Anzahl der Monate (des Zahlungszyklus) und füge sie zu den monatlichen Ausgaben. Zahlst Du beispielsweise 34,99 Euro pro Halbjahr für Amazon Prime, so macht das aufgerundet 5,84 Euro im Monat.

Schritt 3: Annuität + Gesamtkosten vs. Gesamtnettoeinkommen

Rechnen nun Deine Monatsannuität und Deine monatliche Gesamtkosten zusammen. Das Ergebnis nennen wir Deine monatliche Verpflichtung. Zieh nun Deine monatliche Verpflichtung vom monatlichen Gesamtnettoeinkommen ab. Wieviel bleiben Dir unter dem Strich? Ist das Ergebnis weniger als 10% Deines Gesamtnettoeinkommens? Sollte das Ergebnis gar negativ sein, so lebst Du eindeutigt über Deine Verhältnisse. Was tun? Das erfährst Du im nächsten Teil.

Durch diese Vorgehensweise erlangst Du eine klare Übersicht über deine aktuelle finanzielle Lage. Finanzielle Defizite und/oder Optimierungsmöglichkeiten werden ersichtlich. Dies ist der erste Schritt um seine Schulden, falls vorhanden, zu begleichen und bildet damit das Fundament der finanziellen Freiheit. Im nächsten Teil dieser Beitragsreihe besprechen wir die nächste Stufe der finanziellen Freiheit sowie die Schritte, die einzuleiten sind, sollte Deine monatliche Verpflichtung höher ausfallen als Dein Gesamtnettoeinkommen. Zusätzlich geben wir Dir Tipps, die Dir helfen schneller aus der Schuldenfalle herauszukommen.

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