FAANG vs. BAT: Technologie-Giganten aus West & Ost – Teil 1

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Wer kennt das 1999 aufgenommene Foto des heute mit einem Gesamtvermögen von 141 Milliarden US-Dollar reichsten Menschen der Welt nicht? Die Rede ist vom Amazon-Gründer und –Chef Jeff Bezos, der vor einem Rechner sitzt und über dessen Schreibtisch ein selbstgefertigtes Plakat mit der Aufschrift „amazon.com“ prangt. Das besagte Unternehmen heißt heute Amazon, die Internetadresse und URL „amazon.com“ ist immer noch aktiv aufrufbar und das 1994 gegründete Unternehmen hat heute einen Marktwert von knapp 833 Milliarden US-Dollar.

Entwicklung des FAANG nach der Dotcom-Blase

Das Jahr der Fotoaufnahme ist nicht nur für Jeff Bezos und Amazon ein besonderes gewesen, sondern für die gesamte Technologie-Branche, da die sogenannte Dotcom-Blase in den Jahren 1999 und 2000 geplatzt ist. Vor der Dotcom-Blase – auch „New Economy“-Blase genannt – legten fast ausnahmslos alle Technologieunternehmen innerhalb von weniger als einem Jahrzehnt rasante Kurs- und Wertsteigerungen hin, um anschließend in kürzester Zeit auf ein tieferes Niveau zurückzufallen.

In der zweiten Hälfte der Neunziger ging es für den Nasdaq Composite, dem Aktienindex der US-Technologiebörse, erst von 600 auf über 5.000 Punkte hoch und damit um mehr als 700 Prozent aufwärts. Nach der Jahrtausendwende ging es für den Index innerhalb weniger Monate dann jedoch um mehr als 60 Prozent runter auf 2.000 Punkte. Aus dieser schweren Krise gingen jedoch auch einige US-Technologieunternehmen hervor, die heute zu den wertvollsten Unternehmen weltweit gehören.

Für das Fachpublikum aus den Bereichen IT und Finanzmärkte ist das Akronym FAANG schon lange kein Rätsel mehr. Es sind die jeweiligen und zusammengesetzten Anfangsbuchstaben der US-Technologieriesen Facebook, Amazon, Apple, Netflix und Google, wobei Google seit 2015 ein Tochterunternehmen des Mutterkonzerns Alphabet ist.

Apple als FAANG-Spitze auf Jagd nach der Billionen-Dollar-Marke

All diese Konzerne sind heute mehrere Hundert Milliarden US-Dollar schwer, mit den iPhone- und iPad-Produzenten Apple nähert sich das erste Unternehmen an die 1 Billion-Dollar-Grenze – aktuell beträgt Apples Marktkapitalisierung 928 Milliarden US-Dollar. Neben Apple, dem größten Vertreter der FAANG, hat sich Amazon in der westlichen Welt als Primus im E-Commerce Bereich durchgesetzt. Vor knapp 25 Jahren begann dieser Multi-Konzern als Online-Buchvertrieb und hat sich seitdem in unterschiedliche Geschäftsfelder ausgebreitet: Neben dem E-Commerce-Geschäft bietet Amazon insbesondere Dienstleistungen für andere Unternehmen wie etwa die AWS – Amazon Web Services – an. Ebenso verfügt der Tech-Gigant aus Seattle über einen hauseigenen Video- und Musik-Streaming-Dienst mit Prime Video und Music an.

Im letzteren Bereich ist jedoch Netflix breiter aufgestellt als Marktführer im Bereich des Video-Streamings. Das kalifornische Unternehmen ist im Vergleich zu den anderen vier FAANG-Giganten nur ein Bruchteil wert mit 170 Milliarden US-Dollar, jedoch schon jetzt wertvoller als der deutsche Börsenprimus SAP mit 145 Milliarden US-Dollar. Bemerkenswert ist auch die Kursentwicklung des Machers der Serie „Haus des Geldes“ oder „Narcos“: Innerhalb der letzten sechs Jahre ging der Aktienkurs von unter 10 US-Dollar hoch auf aktuell knapp 400 US-Dollar, also eine Kurssteigerung von 3900 Prozent in sechs Jahren. Damit hat die seit 2002 an der Börse gelistete Aktie die des Social-Media-Riesen Facebook sehr deutlich outperformed, wobei Facebook erst seit 6 Jahren an der Börse gelistet und gehandelt wird.

Google ist für jeden von uns ein Begriff als Suchmaschine, jedoch ist Google selber mittlerweile „nur“ noch eine Tochter des Mutterkonzerns Alphabet. Alphabet gehört mit einer Marktkapitalisierung von etwas mehr als 800 Milliarden US-Dollar zu den drei wertvollsten Unternehmen der Welt nach Apple und Amazon. Alphabet ist auch bestrebt in den aufkommenden Zukunftstechnologien „Big Data“, „Internet der Dinge“ (IoT) und „Künstliche Intelligenz“ (KI) früh eine Schlüsselrolle einzunehmen. Auch versucht der Betreiber des Kartendienstes „Google Maps“ sich ein Standbein im Geschäftsfeld der „autonomen Fahrzeuge“ aufzubauen durch seine Tochter Waymo, welche schon jetzt in einem fortgeschrittenen Stadium ist.

Im nächsten Teil berichten wir über das chinesische Pendant BAT und ziehen einen überraschenden Vergleich.

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