CEBIT 2018: Vom Mensch zum Cyborg – Die Zukunft ist heute

CEBIT 2018 - Ein Mensch wurde Cyborg

Die diesjährige CEBIT hat einen beeindruckenden Einblick in den aktuellen Stand der Informationstechnologie gegeben. Namhafte und aufstrebende Unternehmen wie beispielsweise SAP, Huawei, Facebook, Volkswagen AG, Salesforce, Softbank und IBM sind mit ihren innovativsten Projekte vertreten gewesen.

Mit mehr als 2.800 Unternehmen, 370 Startups aus Afrika, Asien und Europa sowie über 600 Rednern stellt die CEBIT weltweit eine der größten Messe für Informationstechnik dar, auch wenn diese Zahlen, gemessen an vergangenen Statistiken, geschrumpft sind.

So besuchten dieses Jahr ca. 120.000 Interessierte die fünftägige Messe. Eine auf den ersten Blick imposante Zahl, die jedoch mit den 755.000 Besuchern im Jahre 1995, als Bill Gates den Windows 95 vorstellte, nicht zu vergleichen ist. Den Besucherrekord erzielte die Messe im Jahr 2001 mit 830.000 Besuchern als Handys und PCs leistungsstärker wurden und das Interesse von Privatpersonen an diesen Geräten geweckt wurde.

Themenschwerpunkte der CEBIT 2018

CEBIT: Menschlicher Körpererkennung - Facebook KI

Prominente und umstrittene Themen wie Künstliche Intelligenz, Internet of Things, Future Mobility und Blockchain haben dieses Jahr das Herzstück der CEBIT gebildet. Die Unternehmen haben mit ihren Projekten gekonnt präsentiert, was mit diesen Technologien heute schon möglich ist.

Internet of Things und Blockchain

Nach Meinung einiger Experten ist die Krypto-Blase geplatzt. Tatsächlich scheint der Krypto-Markt seit Jahresbeginn finanziell wie auch medial immer mehr an Bedeutung zu verlieren. Auf der einen Seite haben einige Pioniere durch den Handel mit Kryptowährungen sehr viel Geld gewonnen. Auf der anderen Seite haben viele Menschen, die erst zum Jahresende 2017 eingestiegen sind, viel Geld verloren.
Auch wenn der Handel mit den Kryptowährungen sehr umstritten ist, bleiben die zugrunde liegenden Technologien wie die Blockchain, Tangle, Smart Contracts oder Dezentralität von Applikationen (Dapps) entscheidende Wegweiser der heutigen Informationstechnik.

E-Mobilität ist Gegenwart

Elektromobilität oder allgemeiner Future-Mobility ist schon heute ein sehr hart umkämpfter Markt. So konkurrieren Unternehmen wie Tesla, Alphabet oder Uber um den größten Marktanteil in diesem milliardenschweren Zukunftsmarkt. Dagegen wirkt die Volkswagen AG wie ein Konkurrent aus einer niedrigeren Gewichtsklasse.
Doch der weltweit agierende deutsche Autobauer sollte keinesfalls unterschätzt werden. Trotz oder gerade wegen des Diesel-Skandals und der verhängten Milliarden-Strafen gegen Europas größtem Autohersteller, gibt VW mehrere Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung, u.a. im Bereich Future-Mobility, aus.

Außerdem inkubiert VW Startups mit Fokus auf diesem Gebiet. Die Ergebnisse ließen sich auf dem Messegelände sehen: Mit dem selbstfahrenden Auto SEDRIC und dem Shared-Mobility-Projekt MOIA präsentierte VW zwei sehr innovative Projekt, die bald in den Alltagstest gehen und massentauglich werden könnten.

Mit all diesen Technologien in der Hand, stellt sich die Frage was wir Menschen für uns selber tun können, um eine effizientere Version unserer Selbst zu werden? Können wir eine weitere Stufe der Evolutionsleiter erklimmen?

Vom Mensch zum Cyborg – in Minuten!

Nicht einmal die Sharks haben es kommen sehen. Sie waren geschockt und sofort „out“, als ihnen in einer der ersten Folgen von Shark-Tank eine Ge­schäfts­idee basierend auf der Einpflanzung von Mikrochips gepitched wurde.

Die Technologie mag damals noch nicht reif gewesen sein, doch die Idee eines effizienteren Lebens als Cyborg scheint nicht neu zu sein.
Jeder von uns besitzt mehrere Zugangsdaten und Passwörter, die wir uns tagtäglich merken müssen. Wir tragen permanent Schlüssel, Karten, Bargeld und nicht selten auch Speichermedien mit uns herum. Wäre es nicht praktisch, wenn wir all diesen Ballast eliminieren könnten?

Als sich ein Freiwilliger aus dem Publikum einen RFID-Chips in den Unterarm implantieren ließ, ist dieser Wunsch für ihn zum Greifen nah. Auf diesem Chip lassen sich Informationen speichern, mit denen die Identifikation simpel und jederzeit möglich ist. Der ganze Prozesse der Einpflanzung hat vor unseren Augen, innerhalb von weniger als fünf Minuten, stattgefunden – ganz ohne Narkose.
Dies ist sicher ein weiterer Ansatz neben dem Fingerabdruck, Irisscan sowie FaceID und vielleicht die erste Stufe des Menschen auf dem Weg zum Cyborg.

Wie sicher diese „neue“ Technologie ist und ob sie von der Masse akzeptiert werden wird, wird sich in den nächsten Jahren herausstellen. Denn genauso wie mit geringer Mühe Fingerabdrücke nachgebildet oder Magnetkarten im Vorbeigehen kopiert werden können, wird es sicher Möglichkeiten geben, private Daten von solchen Chips zu entwenden.

Der PDF-Heini

Ja ich musste einfach auf den jungen Mann zugehen, der in diesem Konglomerat von innovativen Technologien einsam vor seinem kleinen Stand auf einen interessierten Besucher wartete.

„PDF-Dateien erzeugen im Jahr 2018, ist das überhaupt noch ein Thema? Was ist das Innovative daran, weshalb Sie hier auf der CEBIT vertreten sind?“, fragte ich erstaunt. Darauf hin bekam ich eine fünfminütige Einführung in die „neue“ Welt der PDFs: „PDF ist nicht gleich PDF, es gibt …“.

Zwei Punkte habe ich auf jeden Fall mitgenommen. Erstens ermögliche die neue Technologie PDF-Archive zu erstellen, also anstatt Dokumente zu einer zip-Datei o.ä. abzulegen, können sie als PDF archiviert werden. Somit lässt sich das Archiv ebenso wie eine normale PDF-Datei durchblättern, ohne es zuvor entpacken zu müssen. Zweitens sei es nun möglich PDF-Dateien als Blindenschrift zu exportieren.

Mir persönlich kam die Idee die Blockchain-/Tangle-Technologie in PDFs zu integrieren um deren Integrität und Signatur festzuhalten und sie so zu validieren. Das würde meiner Meinung dazu führen, die vorherrschende Bürokratie auf die digitale Ebene verlagern zu können.

Pepper, der Roboter von SoftBank

CEBIT 2019

Angesicht der sich immer schneller wandelnden und neu aufkommenden Technologien, lässt sich kaum vorstellen welche Themenschwerpunkte nächstes Jahr auf der CEBIT gesetzt werden. Wie wird sich die Mobilität bis dahin verändert haben? Welche weiteren Türen werden durch die Artificial Intelligence, Internet of Things oder Blockchain geöffnet werden? Wir dürfen der CEBIT 2019 gespannt entgegenfiebern.

Ab 2019 wird es die CEBIT, angesicht der rückläufigen Fachbesucherzahlen und Flächenbuchungen, in dieser Form nicht mehr geben.

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